»Diese Geschichten befreien den Geist und stärken die Seele.«

In fast allen spirituellen Traditionen gehörten Geschichten und Lehrreden zur Unterweisung der Schüler. Oft sind Geschichten klar und einleuchtend, wir erkennen uns selbst in den Geschichten wieder. Andere Geschichten sind als Metapher zu verstehen oder geben dem Zuhörer sogar Rätsel auf, wie zum Beispiel die Koan im Zen.

 

Auf dieser Seite findest Du einige Zen-Geschichten zum stöbern, schmökern und schmunzeln. Viel Spaß beim lesen!

Alles ist offensichtlich

 

Ein Zen-Schüler der die Erleuchtung suchte beklagte sich bei seinem Meister ständig darüber, dass dessen Erläuterungen unvollständig seinen und der Meister ihm irgendeinen entscheidenden Hinweis vorenthalte. Der Meister versicherte, dass er ihm nichts vorenthalte. Der Schüler bestand darauf, dass es etwas gebe, was der Meister ihm vorenthalte. Der Meister bestand darauf, dass er ihm rein gar nichts vorenthalte. Etwas später gingen die beiden auf einem Pfad durch die Berge spazieren. Plötzlich sagte der Meister: „Riechst Du den Duft des Berglorbeers?“ Der Schüler sagte „Ja.“ „Siehst Du,“ antwortete der Meister, „ich enthalte Dir gar nichts vor.“

 

Vierzig Jahre Zen Studium

 

Ein junger Mann suchte einen Zen-Meister auf. „Meister, wie lange wird es dauern, bis ich Befreiung erlangt habe?“ „Vielleicht zehn Jahre“, entgegnete der Meister. „Und wenn ich mich besonders anstrenge, wie lange dauert es dann?“, fragte der Schüler. „In dem Fall kann es zwanzig Jahre dauern“, erwiderte der Meister. „Ich nehme aber wirklich jede Härte auf mich. Ich will so schnell wie möglich ans Ziel gelangen“, beteuerte der junge Mann. „Dann“, erwiderte der Meister, „kann es bis zu vierzig Jahre dauern.“

 

Glück und Unglück

 

Ein alter Mann, der mit seinem Sohn zusammen lebte, züchtete Pferde. Eines Tages lief sein wertvollster Hengst davon. Die Nachbarn kamen, um ihr Bedauern auszudrücken, doch der Mann sagte nur: "Woher wisst ihr, dass dies ein Unglück ist?" Am nächsten Tag kam der Hengst, begleitet von einigen Wildpferden zurück, und die Nachbarn kamen wieder, um zu dem Glücksfall zu gratulieren, doch der Mann sagte nur: "Woher wisst ihr, dass dies ein Glücksfall ist?" Am nächsten Tag wurde der Sohn beim Versuch, eines der Tiere zuzureiten, abgeworfen und brach sich ein Bein. Wieder kamen die Nachbarn, um ihr Mitleid zu bekunden, doch der Mann sagte nur: "Woher wisst ihr, dass dies ein Unglück ist?" Kurz darauf kam es zu kriegerischen Kämpfen, doch da der Sohn verletzt war, wurde er nicht als Soldat einberufen.

 

 

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