Täglich Zazen - Wie schaffe ich es jeden Tag Zazen zu üben?

Eine allgemeingültige Anleitung, um jeden Tag Zazen zu praktizieren gibt es vermutlich nicht. Aber ich kann Dir aus meiner eigenen Erfahrung einige Tipps und Tricks nennen, die mir zu Beginn meiner Zazen-Praxis geholfen haben, wirklich täglich Zazen zu üben.

 

Tipp Nr. 1: Feste Zeiten

 


Für alle Gewohnheiten, die wir verändern oder in unserem Leben installieren wollen gilt: Zu Beginn sollten wir ein festes Ritual zu einer bestimmten Uhrzeit haben. Da der Abend bei vielen Menschen wechselnde Aktivitäten, Treffen mit Freunden, Familie oder anderen Gruppen beinhaltet, eignet sich für Zazen vor allem der frühe morgen.

 

Zu Beginn können wir mit 10 oder 15 Minuten Zazen am Morgen starten. Später vielleicht auch 25 Minuten oder länger. Ich selbst sitze morgens von 5 bis 6 Uhr 2 Mal 25 Minuten Zazen und mache danach eine kleine Zeremonie mit dem Shigu Seigan mon, den Gelübden des Bodhisattva.

 

Tipp Nr. 2: Die 21-Tage-Formel

 

Das Körper-Geist-System benötigt in der Regel mind. 21 Tage, um eine neue positive Gewohnheit fest im Unterbewusstsein zu verankern. Wenn du für 21 Tage jeden Morgen Zazen zu einer bestimmten Uhrzeit übst, fällt es dir nach den 21 Tagen schwerer nicht zu praktizieren, als dich einfach auf das Kissen zu setzen.

 

Womit genau das zu tun hat kann ich nicht sagen und spielt im Grunde auch keine Rolle. Aber wenn du beginnen möchtest, jeden Tag Zazen zu sitzen, dann nimm dir zunächst nur vor, für lediglich 21 Tage jeden Tag zu praktizieren.

 

Tipp Nr. 3: Schlafrythmus

 

Während der Nacht durchlaufen wir verschiede Schlafstadien, vom leichten Schlaf bis zu sehr tiefen traumlosen Schlafphasen. Wenn du dir morgens den Wecker auf 5 Uhr stellst und es einfach nicht schaffst, aus dem Bett aufzustehen um Zazen zu praktizieren, dann versuche es mal mit 4 Uhr oder 4:30 Uhr.

 

So war es eine Zeitlang bei mir selbst, dass ich zwar den Wecker stellte, es aber einfach nicht geschafft habe aufzustehen und meist nach Sekunden wieder fest eingeschlafen war. Als ich dann etwas früher zu Bett ging und mir den Wecker auf 4:30 stellte, war ich sofort hell wach und stand auf.

 

Tipp Nr. 4: Den Verstand überlisten

 

Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Zazen eine enorme Auswirkung auf unser vegetatives Nervensystem hat, wir uns entspannter und wohler fühlen, nachdem wir Zazen praktiziert haben. Eine Methode, die ich selbst zu Beginn angewendet habe, war, mir selbst zu sagen, dass eine halbe Stunde Zazen soviel ist, wie 2 Stunden Schlaf.

 

Bezogen auf den Erholungsfaktor und die Energie, mit der wir in den Tag starten, wenn wir am Morgen Zazen praktiziert haben. Auf diese Weise war mein erster Gedanke, wenn am Morgen der Wecker klingelte: „Wenn ich jetzt aufstehe, ist das Ergebnis so, als hätte ich zwei Stunden mehr geschlafen. Ich werde mich ausgeruht und erfrischt fühlen, wenn ich jetzt Zazen praktiziere.“ Das hat mir geholfen den Verstand zu überlisten.

 

Wenn hingegen als erstes der Gedanke auftaucht „Warum sollte ich jetzt aufstehen, Zazen bringt ja eh nichts.“ und diesem Gedanken folge, dann werde ich es sehr schwer haben um 4 oder 5 Uhr aufzustehen um Zazen zu üben.

 

Zu wissen, dass der Körper durch regelmäßige Zazen-Praxis deutlich weniger Schlaf benötigt (auch das ist wissenschaftlich nachgewiesen) führt dazu, dass es uns leichter fällt am Morgen früher aufzustehen und zu praktizieren. Mönche in Klöstern schlafen ob nur wenige Stunden, praktizieren dafür mehrmals am Tag Zazen.

 

Von all diesen Tipps abgesehen, musst du für dich selbst den richtigen Weg finden. Am Morgen Zazen zu praktizieren determiniert aber deinen ganzen Tag. Du nimmst die Welt dann, warum auch immer, auf eine andere Weise wahr, der Verstand arbeitet klarer und du triffst Entscheidungen intuitiv richtig. 

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