Wie wir Leiden transformieren

Warum leiden wir?

 

Wenn hier von Leiden gesprochen wird, ist nicht die Rede von Schmerzen oder Krankheit. 

 

Buddha sprach vom Leiden als einem Zustand, indem wir getrennt sind von dem was wir wollen oder vereint sind mit dem was wir nicht wollen. 

 

Er nannte die drei Geistesgifte "Gier, Hass und Verblendung" als Ursache des Leidens. Im übertragenen Sinne Anhaftung an das, was wir wollen, Ablehnung von dem, was wir nicht wollen und die Identifikation mit dem Körper-Geist-System als Grundlage der erstgenannten.

 

Woran wir aber in Wahrheit leiden ist nicht die Sache an sich. Es ist immer nur die Idee oder Vorstellung, dass die Situation, der körperliche oder geistige Zustand in dem wir uns befinden anders, schöner, irgendwie besser sein sollte, als er ist. 

 

Durch die Spannung zwischen dem wie es ist und der Vorstellung des Ego-Verstandes wie es sein sollte, entsteht Leiden. Könnten wir die Vorstellung wie es sein sollte, ja wie es sein müsste, für einen Augenblick fallen lassen, ist da keine Spannung mehr. 

 

Ohne diese Spannung wären wir in Frieden mit dem Augenblick - einfach wirklich eins mit dem Augenblick Hier-Jetzt.

 

Die meisten Menschen verbringen ihr Leben im Leiden. In permanenter Spannung zwischen dem was ist und dem was sein könnte.

 

Da wir uns, und oft ausschließlich, für den Ego-Verstand halten, völlig identifiziert sind, sind es "meine" Ideen, "meine" Vorstellungen von richtig und falsch, "meine" gedanklichen Konzepte wie die Welt zu sein hat.

 

Wenn sich die Identifikation mit dem Ego-Verstand aufzulösen beginnt, zum Beispiel durch die Praxis von Zazen, lösen sich auch die gedanklichen Konzepte auf.

 

Sie erhalten keine Macht mehr, werden als Illusion erkannt und es kann wahre Freiheit verwirklicht werden oder besser:

 

Freiheit verwirklicht sich selbst!

 

Das Selbst erwacht zu sich Selbst und sieht die Welt, vielleicht zum ersten Mal, wie sie wirklich ist. 

 

Nicht dass wir als Person dann keine Schmerzen mehr wahrnehmen, Gefühle von Wut, Angst oder Trauer erfahren würden. Aber die Identifikation ist vorüber und so bleibt Wut Wut und Angst Angst.

 

Es ist nicht mehr "meine Wut". Ich ergreife das Gefühl nicht, ich verdränge das Gefühl nicht und so wird alles einfacher, leichter und friedvoll.

 

Leiden zieht vorüber wie Wolken am Himmel. Den Himmel stört es nicht, ob da viele Wolken oder wenige Wolken da sind. Der Himmel, völlig unberührt, bleibt immer nur der Himmel.

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