Ryaku Fusatsu - Eine gute Praxis fortsetzen

Die Ryaku Fusatsu ist eine der ältesten Zeremonien, die auf die Lebzeiten Shakyamuni Buddhas selbst zurückgeht. Es ist eine Zeremonie des Loslassens, der Reue und Aktualisierung der Gebote. Es wird berichtet, das damals alle Mönche und Nonnen sich einmal im Monat ihrer übertretenen Gebote öffentlich bekennen mussten und dann gemeinsam Reue praktizierten.

 

Heute muss sich nicht mehr jeder Teilnehmer öffentlich bekennen, sollte aber für sich selbst überprüfen, ob er die Gebote praktiziert oder nicht. Die Zeremonie findet jeden Monat am Abend des Vollmondes und Neumondes statt und ihr Ursprung liegt vermutlich in den Reinigungszeremonien der Brahmanen. In der Heisan Zen Sangha praktizieren wir diese Zeremonie nur am Abend des Vollmondes. Am Neumond praktizieren wir die Zeremonie der 9 Pfeiler. In verschiedenen Varianten wird die Fusatsu in fast allen buddhistischen Traditionen praktiziert. Sie wurde uns von Indien über China und Japan bis nach Europa übertragen und wird auch anlässlich der Ordination von Mönchen und Nonnen – der Jukai-Zeremonie – genutzt.

 

Unter dem Einfluss des Mahayana hat sich die Zeremonie stark vereinfacht (Ryaku, jap. Einfach) und wird in vielen Gruppen, Tempeln und Klöstern auf der ganzen Welt praktiziert. Fusatsu (jap. Eine gute Praxis fortsetzen) bedeutet den Ausdruck seiner eigenen Praxis-Erfahrung im Alltag genau zu betrachten. Führe ich ein erleuchtetes Leben? Nutze ich die Gebote als Leitlinien und Ideale, um mein Leben daran auszurichten?

 

Ablauf

 

Bei der Ryaku (jap. Einfach) Fusatsu (jap. Eine gute Praxis fortsetzen) werden verschiedene Texte gemeinsam rezitiert und durch Niederwerfungen und Klänge begleitet. Bei den Niederwerfungen handelt es sich um einen Ausdruck der empfundenen Reue und einer Demut gegenüber den Geboten eines Buddha.

 

Die Zeremonie beginnt mit San Pai (drei Niederwerfungen) und dem gemeinsamen Rezitieren des Reuevers und der dreifachen Zuflucht zu Buddha, Dharma und Sangha. Im Anschluss wird das Kyojukaimon von Zen-Meister Keizan Jokin auszugsweise vorgelesen, dass zu jedem Gebot einen kurzen, Koan ähnlichen Kommentar beinhaltet. Jedes Gebot wird vom Leiter vorgelesen und danach von der Gemeinschaft wiederholt in Form von „Wir geloben…“ Darauf folgt der Kommentar von Keizan, der uns als Koan dienen möge, um tiefer in die Gebote einzutauchen und deren wahren Wert zu ergründen.

 

Rezitiert werden die drei reinen Gebote und die 10 Gebote eines Bodhisattva. Im Anschluss rezitieren wieder alle gemeinsam die vier großen Gelübde. Der Leiter rezitiert allein das Gobai – Vom Leben in dieser Welt – und gemeinsam werden zum Abschluss die Widmungsverse rezitiert.

 

Idealerweise werden die Texte in der Muttersprache intoniert, damit ihr Sinn und der Inhalt verstanden und wirklich praktiziert werden können.

 

Im Shushogi findet man folgenden Ausspruch von Meister Dôgen: “Selbst wenn die karmischen Folgen unserer schlechten Handlungen sich unausweichlich in den drei Zeiten offenbaren, verringert die Reue ihre Wirkung, indem sie Befreiung und Reinheit herbeiführt. Deshalb sollten wir in aller Aufrichtigkeit vor Buddha bereuen.”

 

Termine und den Handzettel für die Zeremonie:

 

Handzettel für den Ablauf und die Texte

Handzettel für Herz-Sutra

 

Am Abend des Vollmondes findet um 20 Uhr Online-Zazen statt. Im Anschluss wird die Abendzeremonie mit dem Herz-Sutra durchgeführt und daran anschließend dann die Ryaku Fusatsu.

 

Vollmond im Juni 2021: 24. Juni 

Vollmond im Juli 2021: 24. Juli 

Vollmond im August 2021: 22. August 

Vollmond im September 2021: 21. September

Vollmond im Oktober 2021: 20. Oktober 

Vollmond im November 2021: 19. November 

Vollmond im Dezember 2021: 19. Dezember