„Die Frage ist weniger wo Du suchen musst, sondern von wo aus Du schon immer gesucht hast.“– Thorsten Heisan Schäffer

Wer ist Thorsten Schäffer? Das ist wohl die eine wichtige Frage, wenn wir uns auf die spirituelle Suche begeben - Wer bin ich?

 

Thorsten Schäffer ist ordinierter Zen-Mönch in der Linie von Meister Taisen Deshimaru, der Zen in den 70er Jahren von Japan nach Europa brachte. Darüber hinaus bin ich Vater von zwei Kindern, Ehemann und praktiziere seit meinem 20. Lebensjahr Zen.

 

Mit 12 Jahren beschäftigte mich intensiv die Frage nach dem Sinn des Lebens und dem Sinn unserer menschlichen Existenz. Irgendwann stieß ich auf ein Buch über Zen dessen Inhalte mich tief berührten.

 

Mit etwa 20 Jahren lernte ich Zazen, die stille Meditation des Zen-Buddhismus, in einem Zendo in Köln kennen und praktizierte über viele Jahre jeden Morgen Zazen. Oft auch noch einmal am Abend. Wenn es diese Sache namens Erleuchtung gab, dann war das vielleicht die Antwort auf all meine Fragen über das Leben.

 

Ich las zu dieser Zeit viel über Zen und praktizierte täglich. Zwei bis dreimal pro Woche fuhr ich ins Dojo. Zunächst in Köln und später nach Aachen. Ich nahm an ersten Sesshins teil (das sind Tage intensiver Zen-Praxis) und lernte meinen späteren Lehrer Roland Yuno Rech kennen.

 

Bodhisattva Ordination 2013
Bodhisattva Ordination 2013

 

Mit 33 Jahren empfing ich die Gebote und die Bodhisattva Ordination von meinem Lehrer Zen-Meister Roland Yuno Rech und erhielt meinen buddhistischen Namen "Heisan", was soviel wie Berg des Friedens bedeutet.

 

In der Tat hatte ich im Zen einen Weg zu tiefen innerem Frieden gefunden durch die Praxis von Zazen und die Erkenntnis über unsere wahre Natur. Nichts in der Welt existiert aus sich selbst heraus. Das gilt für das Feuer, das Luft und einen Brennstoff benötigt, genauso wie für den Charakter eines Menschen, die Person für die wir uns halten.

 

Über einige Jahre leitete ich einen kleine Zen-Gruppe in Herborn und schrieb mehrerer Bücher über Zen und die Wahrheit des Seins, wie ich die unaussprechliche Dimension unserer Existenz nenne. 

Gruppenbild aller Ordinierten mit Yuno Rech (mitte)
Gruppenbild aller Ordinierten mit Yuno Rech (mitte)

 

Immer mehr erkannte ich, wie wichtig Zen für unsere heutige Zeit ist. Dennoch hatte das Leben zunächst noch andere Stationen für mich vorgesehen. 

 

Ich gründete mehrere Firmen und wurde Unternehmer. Neben einem Fitnessstudio und einer Beratungsfirma für Fitnessunternehmen leitete ich eine Marketingagentur. Die praktische Anwendung von Zen im Alltag führte dazu, dass ich mich auf das Wesentliche konzentrierte und meinen Fokus trotz drei Unternehmen nicht verlor. Doch irgendwann spürte ich einen starken Drang nach Veränderung und persönlicher Neuausrichtung.

 

Ich war bereit alle aufzugeben und mich dem Leben anzuvertrauen. Wenn wir, statt unseren egoistischen Zielen und Ideen zu folgen, mehr auf unsere Intuition hören würden und einfach mit dem Leben mit fließen statt uns dagegen zu stellen, wird vieles leichter. Ich glaube das ist einer der wesentlichen Punkte, die uns Zen lehrt.

 

Mönchsordination 2018 in La Gendronnière
Mönchsordination 2018 in La Gendronnière

 

Mit 38 Jahren empfing ich die Mönchs-Ordination im ältesten Zen-Tempel Europas La Gendronnière in Frankreich und begann meinerseits die Praxis zu verbreiten und meine Erfahrungen mit anderen zu teilen. 

 

Neben Zazen-Tagen bei denen wir uns hauptsächlich mit der Sitzmeditation und dem Gehen beschäftigen, finden mehrmals im Jahr Sesshin bzw. Praxis-Tage statt.

 

Mein Herzenswunsch ist Zen möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Auch praktiziere ich keinen sturen Sitzdogmatismus, wie es im japanischen Zen leider häufig vorkommt. Ich glaube nicht, dass es im Zen darum geht Schmerzen auszuhalten um bestimmte Bewusstseinszustände hervorzurufen, sondern vielmehr um einen Erkenntnisprozess. 

 

Wenn wir uns selbst im Gegenüber erfahren, ist es nicht notwendig Mitgefühl zu praktizieren. Es geschieht dann aus dem Herzen heraus, da uns das Wohlergehen des Gegenüber wichtig, vielleicht wichtiger als unser eigens Wohl ist.